Schwindeldiagnostik
Schwindel ist ein unscharfer Begriff, der eine Vielzahl sehr unterschiedlicher Beschwerden umfasst. Um die Entstehung von Schwindel zu verstehen, ist es zunächst wichtig sich klar zu machen, was es heißt „im Gleichgewicht“ zu sein. Gleichgewicht ist sozusagen das Gegenteil von Schwindel und bedeutet, dass wir die Lage des Körpers im Raum sowie seine Bewegungen richtig abschätzen können. Rechenzentrale ist dabei das Gehirn, das Informationen aus verschiedenen Sinnesorganen miteinander abgleichen muss:
- Gesichtssinn: Die Augen liefern die wichtigste Information, da wir damit sehen können, wie unsere Lage und Bewegung ist. Die Augen sind der stärkste Informationskanal. Wenn der Gesichtssinn funktioniert, können andere Ausfälle ausgeglichen werden.
- Peripheres Gleichgewichtsorgan (Vestibularorgan) im Innenohr: Hier werden unabhängig Dreh- und Längsbeschleunigungen in allen Richtungen des Raumes registriert.
- Tiefensinn (Propriozeption): Dieser Sinn arbeitet ganz im Verborgenen und ist den meisten Menschen überhaupt nicht bewusst. Wir haben überall in der Haut, den Muskeln und Gelenken kleine Rezeptoren, die über die Stellung der Glieder im Raum Auskunft geben. Jeder weiß, ob das Bein gebeugt oder gestreckt ist – man muss nicht erst hinsehen.
Wenn alle diese Eindrücke zusammen passen und korrekt verrechnet werden, sind wir im Gleichgewicht! Schwindel entsteht immer dann, wenn die o.g. Sinnesorgane widersprüchliche Informationen zum Gehirn liefern (sensory mismatch) oder wenn die Datenverarbeitung nicht richtig funktioniert. Auch das kann viele verschiedene Ursachen haben: eine Störung der Hirnfunktion an sich oder auch eine mittelbare Störung der Hirnfunktion durch beispielsweise Blutdruckprobleme, Herzrhythmusstörungen, Stoffwechselstörungen und vieles mehr.Um Schwindelbeschwerden richtig behandeln zu können, ist stets eine umfassende Untersuchung erforderlich. Nur so kann die Ursache der Störung aufgedeckt werden.